Mit Kind in den Hörsaal …

Mein Curriculum Vitae entspricht ungefähr dem Verlaufsmuster eines gejagten Hasen. Zwar ziemlich effizient, aber einige Haken habe ich geschlagen, mal nach rechts, mal nach links. Mein letzter großer Haken, nach dem ich dann hoffentlich etwas in die Ruhephase komme, ist mein Studium welches ich auf dem zweiten Bildungsweg begonnen habe. Die Schwangerschaft hat sich dann dazwischen gemogelt und ein Jahr Baby Pause fand ich anschließend auch mehr als notwendig, aber nun geht es schon seit 2 Semestern weiter und ich kann durchaus sagen, dass es sich mit Kind ganz anders studiert als ohne. Abgesehen davon, dass das Studium nicht mehr zu 90% aus Weggehen, WG Partys und morgens doch nicht zur 8 Uhr Vorlesung aufstehen besteht, stehe ich oftmals vor größeren Herausforderungen. Ein Abgabetermin für die Hausarbeit nähert sich und ich komme einfach nicht dazu mich abends dran zu setzen, weil das Kind nach dem Einschlafen doch immer wieder aufwacht und mich braucht. Eine Präsentation ist für morgens angedacht, aber ich muss spontan zum Kinderarzt. Die Note fällt gerade so ausreichend aus, weil ich einfach nicht genug Zeit hatte mich ordentlich einzulesen und mir die Kraft fehlte eine Nachtschicht einzulegen. Ich bin meistens auf die Kulanz der Dozenten angewiesen und zum Glück haben die meisten auch Verständnis für die Situation. Aber ist das wirklich fair? Diese Willkürlichkeit?

Es gibt einige Websites zum Thema Studieren mit Kind. Und es gibt auch viele Angebote. Aber innerhalb des Studiums an sich, gibt es (zumindest meines Erachtens) keine richtigen (Ausnahme)Regelungen, da StudentInnen mit Kind eine eher kleine Randgruppe darstellen. Ein weiteres Beispiel wäre die KITA auf dem Campus wo wir einfach keinen Platz bekommen haben (obwohl 3 wichtige Kriterien auf meiner Seite waren: gleiches Stadtviertel der Uni war mein Wohnort, ich bin Studentin der Uni und bin als HiWi an der Uni angestellt). Es gibt zwar das sogenannte Kinderzimmer in dem man als StudentIn sein Kind stundenweise abgeben kann, aber das Konzept bietet auf jeden Fall noch Luft nach oben. So wechseln die Betreuerinnen von Tag zu Tag, das Kind kann sich schwer einer Bezugsperson zuordnen und eine richtige Eingewöhnung findet nicht statt.

Ich möchte hier auf dem Blog versuchen im Laufe der Zeit eine Übersicht zusammen zu stellen mit handfesten Tipps zum Thema Studium und Kind, die eben auch realitätsnah und für alle StudentInnen nützlich sind, ob alleinerziehend, zusammenlebend, verheiratet, nicht viel verdienend, arbeitend oder wie auch immer. Studium und Familie zu vereinbaren ist eine sehr besondere Herausforderung und ich finde keines von beiden sollte zu kurz kommen.

Foto: Katrin Binner / TU Darmstadt

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