Wer ist eigentlich dieses Zeitmanagement?

Am Abend davor..

Der Mann und ich relaxen abends auf der Couch und überlegen am nächsten Morgen was Schönes zu unternehmen, mal was Ausgefallenes machen. Wir versichern uns gegenseitig und mit voller Glaubwürdigkeit, dass wir nach dem Aufstehen und dem überlebenswichtigen Kaffee sofort losfahren, dass es sich auch ja lohnt.

The next day…

So, der Morgen ist da, wir werden wach und wer setzt sich sofort mit aufs Bett. Der Druck. Wir wollten uns ja beeilen und aufstehen. Ich und das Kind machen das auch, das will nämlich sofort zu seinen Autos ins Kinderzimmer. Parallel mache ich die Kaffeemaschine an, bereite Müsli für das Kind vor und wer steht mit mir in der Küche? Nein nicht der Mann, der ist liegen geblieben (an dieser Stelle ganz viel Missgunst meinerseits), sondern wieder der Druck. Seinetwegen schau ich mehrmals auf die Uhr und rechne durch wann wir los müssen und was bis dahin alles passieren muss.

So…

Ich mache Kaffee, das Herzenskind kommt angetappst, Müsli essen, kurz darauf Müsli vom Boden wischen, den Müsli beschmierten Schlafanzug ausziehen (unter großem Protest), also erst mal anlassen, weiter Autos spielen, zwischendurch den Mann motivieren aufzustehen (erfolglos), wieder in die Küche einen Schluck vom Kaffee nehmen (nur noch halb so warm), zweiter Auszieh- und Windelwechselversuch, geglückt, noch schnell Zähne putzen, das vor Glück quietschende Kind durch die Wohnung jagen, am Mann vorbei kommend und wieder meckern, Morgenmuffel-Attitüde ernten, mal selbst zum Kleiderschrank und was zum anziehen finden, es ist kalt draußen (Juli, aber 15 Grad und Regen), also Cashmir Pulli (was ich später zutiefst bereuen werde), der Mann ist wach und in der Senkrechten (whoohooo), es folgt eine ganze Batterie an persönlichen Bedürfnissen die erst mal erledigt werden müssen (zu frühes whooohooo), wieder Autos spielen, Kind ärgert sich, weil es nicht 5 Autos in der Hand halten kann, Kind trösten, Kind will ein Buch mit mir lesen, Druck steht im Kinderzimmer mit dabei und wird immer größer, Mann putzt in einer Seelenruhe Zähne, macht sich warmes Wasser mit Ingwer, ich einen Blick in den Spiegel werfend (urgh, gestern Abend nicht abgeschminkt), lieber die Tasche packen, gefühlte tausend Dinge zum mitnehmen, im Kopf die Checkliste abhaken, auf die Uhr schauen (ach du scheiße, schon so spät), ich gehe aus der Küche, quetsche mich am Druck vorbei, sehe den Mann in Boxershorts und T-shirt (vielleicht wird es ja doch noch was), das Kind schon leicht genervt, es nimmt den Druck also auch langsam wahr, ich putze Zähne während das Kind ganz vehement darauf besteht nun am Waschbecken mit Wasser spielen zu wollen, Mann hat Hose an, ich finde auch noch was zum anziehen, aber ziehe dem Kind vorher Jacke und Schuhe an, der Druck schiebt Mann und Kind so langsam die Türe raus, oh Autos noch mitnehmen, ich hab jetzt auch alles an und suche nur noch meinen Schlüssel, finde ihn nicht (das kann doch jetzt nicht wahr sein), Mann und Kind warten unten auf mich, ich suche und suche und wo finde ich ihn, im Wäschekorb (wtf), der Druck zerrt mich die Treppe runter und schiebt uns auf unseren Fahrrädern alle kräftig an, frischer Wind bläst uns ins Gesicht, wir radeln los und hinter uns bleibt der Druck stehen, winkend, immer kleiner und kleiner werdend. Herrlich.

Puh …

Ganz schön anstrengend so ein Morgen unter Druck. Und das alles nur, weil man was gemeinsam unternehmen will? Ich hab ja eigentlich immer das Gefühl die Zeit arbeitet gegen mich, aber ich habe bisher auch vieles hingekriegt, da muss das mit der Zeit doch auch irgendwie klappen. Zeitmanagement. Sich nicht von der Zeit bestimmen lassen, sondern umgekehrt. Geht das mit Kind? Oder sind es die Eltern die einfach nicht gut koordinieren? Jedenfalls hinterlässt so ein Morgen dann doch oft Spuren im weiteren Verlauf des Tages, man ist leicht erschöpft, schaut auch immer wieder auf die Uhr wegen des Mittagsschlafs oder des knurrenden Magens. Dies soll also ein kleiner Denkanstoß für mich sein, mal ein bisschen langsamer zu machen. Vielleicht muss man dann umdisponieren, mal was verlegen oder Alternativen finden. Aber entspannt zu bleiben und den Moment zu genießen, das ist doch das was Lebensqualität aus macht. Im Schlafanzug mit dem Kind weiter Autos spielen, den heißen Kaffee schlürfen, einen gut gelaunten Mann zu haben, weil er noch 30 Minuten weiter schlafen konnte, und dann einfach über den Wochenmarkt im Kiez zu schlendern, that’s the life, oder? J Ja!

 

In diesem Sinne, einen entspannten und harmonischen Start ins Wochenende!

Steffi x

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