oma mama kind

Heute war die Oma zu Besuch. Das ist immer eine super Sache, weil sich unser Kind dann so freut und die beiden dann viiiiel quality time zusammen verbringen können. Ich darf mich dann auch mal wegstehlen und ganz ungestört die Küche aufräumen, juhu! Nein im Ernst, es ist schön, dass Joshua seine Oma hat, denn traurigerweise leben Tai’s Eltern nicht mehr und mein Vater lebt ganz weit weg in Afrika. Wir genießen deshalb solche Sonntage, wo Joshua der Oma alles zeigen darf, was sich schon spannendes in seinem Kinderzimmer befindet und wie klasse seine Matchbox Autos die selbstgebaute Rampe runter sausen können (die Rampe zusammen gebastelt aus einem noch nicht ausgepackten IKEA Regal und einem Stuhl –> vielleicht sollte ich das bei instagram zur #lebenmitkindchallenge und dem Thema #selbstgemacht posten).

Es ist also alles toll. Jedenfalls wenn die Oma da ist. Davor bin ich immer etwas im Stress, weil ich das Gefühl habe, ich muss noch schnell Staubsaugen, den Wäscheberg vom Sofa wegfalten, den Küchenboden wisch.. äh ne, wischen kann man dazu nicht sagen, vielleicht grundsanieren, weil runtergeschmissenes Müsli und zerdrückte Banane schon so festgebacken sind, dass sie so hart sind wie die Fließen selbst. Ach ja, und da wäre auch noch meine Wenigkeit, die mal gewaschen, gelegt und geföhnt werden könnte. Aber die Straßenbahn zum Hauptbahnhof, wo die Oma ankommt, fährt in ca. 7 Minuten und Joshua und ich hüpfen hier noch im Schlafanzug rum. Also lasse ich alles so stehen und liegen und flitze (ungeschminkt, aber NICHT im Schlafanzug) schnell los zur Bahn. Ein Moment der Ruhe. Sonntag ist in der Bahn nicht viel los, Joshua ist begeistert von den vorbei fahrenden Autos und ich komme kurz etwas runter. Und da hab ich mich gefragt, wieso ich mir diesen Stress eigentlich mache. Ja ok, meine Mutter ist schon ein wenig kritisch manchmal. Aber während ich so in mich gehe, merke ich wie ich es als wichtig empfinde , dass meine Mutter mit mir zufrieden ist, dass sie stolz ist und das Gefühl hat, ihre Tochter kriegt das Leben auch gut auf die Reihe. Dass sie sieht, was ich alles kann und leiste und es trotzdem noch schaffe, die Betten zu machen und die Couchkissen aufzufluffen. In der Zeit bevor ich selbst Mama wurde, war mir das eigentlich nie so richtig bewusst, aber seit dem ich mich so viel mit der Eltern-Kind Beziehung auseinander setze, wird mir immer mehr klar, wie unheimlich fragil diese Liebe ist, der Mutter gegenüber. Wie tief sie in einem verankert ist, wie lebensnotwendig es für ein Kind ist, gesehen zu werden. Und wie schlimm es ist, wenn es übersehen wird, es sich anpassen muss, es kooperieren muss, ungehört bleibt. Ich denke jeden Tag darüber nach, wie ich meinem Sohn so gut wie möglich zeigen kann, dass ich ihn sehe. Seine Bedürfnisse, seine Versuche, seine Integrität wahrnehme und respektiere.

Es gibt so viele Möglichkeiten seinem Kind in Liebe zu begegnen, eine Beziehung statt Erziehung zu leben und das Kind als vollwertigen Menschen zu respektieren. Und ich bin so unendlich glücklich darüber, dass in der heutigen Zeit immer mehr Eltern bedürfnisorientiert mit ihren Kindern umgehen. Nur so kann die Welt zu einem besseren Ort werden, wenn wir Liebe in die Herzen unserer Kinder pflanzen und ihnen genug Freiraum zum wachsen geben.

In diesem Sinne, eine erholsame Nacht und einen frischen Start in die neue Woche!

Eure Steffi x